In Deutschland gibt es zahlreiche Firmenmuseen, die leider - mit Ausnahme der bekannten Auto-, Brauerei- und Bergwerksmuseen - in Reiseführern meist keine Berücksichtigung finden.
Dabei finden sich in diesen meist versteckt liegenden Museen grosse und kleine, aufwendige wie kurios zusammengestellte Sammlungen, die nicht nur für firmengeschichtlich interessierte Besucher eine Besichtigung wert sind.
Um Ihnen zu helfen, diese Kleinode für Ihren nächsten Ausflug einzuplanen, sind hier einige mir bekannte Museen kurz beschrieben. Auch hier kommt ständig neues hinzu, also ruhig öfter mal reinschauen.
Seit 1835 gibt es in diesem Haus Lohnwäschereien. Heute künden kuriose Seifenrezepturen, Waschbretter, Waschmaschinen wie "Trumperle" und "Rubbelblitz", Mangeln und historische Plätteisen von der schweren Arbeit der Berliner Waschfrauen.
Das electrum dokumentiert die Geschichte der Elektrizität in Hamburg durch eine umfangreiche Sammlung von historischen Exponaten. Es bietet eine Zusammenstellung echter Raritäten für jeden technisch Interessierten.
Hamburg ist noch immer drittgrößter Gewürzumschlagplatz der Welt und bietet in der Speicherstadt nostalgischen Raum für ein Gewürzmuseum der besonderen Art. Mehr als 400 Exponate aus fünf Jahrhunderten werden dort gezeigt. Alle Gewürze dürfen probiert werden.
Hier werden vier Jahrhunderte Tabakkultur gezeigt: eine indianische "Kalumet"-Pfeife mit Skalp-Locken, des Seefahrer Sir Walter Raleigh erste Tonpfeife und verschnörkelte Schnupftabakdosen aus der Rokoko-Zeit.
Das Elektro-Museum der Schleswag AG ist ein Angebot, die vielfältigen Anwendungen des elektrischen Stroms im täglichen Leben und seine physikalischen Wirkungen zu erfahren. Der grösste Teil des Museums ist als Wohnung gestaltet und zeigt drei Generationen elektrischer Geräte in historischer Umgebung. Modernste Elektronik wird dazu benutzt, die elektrischen Geräte zu aktivieren.
Beim Museumsgebäude handelt es sich um ein 1911/12 errichtetes Uhren- und Reglerhaus, in dem früher zwei riesengrosse Gaszähler und Druckregler zum Ferneinschlaten der Bremerhavener Gaslaternen installiert waren.
Die Bremerhavener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft hat die räumlich einmalige Gelegenheit genutzt, die Entwicklung der Energie- und Wasserversorgung sowie des öffentlichen Nahverkehrs darzustellen und damit ein wichtiges Stück Stadtgeschichte erhalten.
Exponate und Geschichten aus 150 Jahren Energieanwendung: Die Geschichte der Energieanwendung und die Sozialgeschichte, die sich dahinter verbirgt, sind Thema der Ausstellung. Das Spektrum der rund 1.000 Exponate reicht von ersten Maschinen, mit denen durch Reibung Strom erzeugt wurde, bis hin zu elektrisch oder gasbetriebenen Haushaltsgeräten. Beleuchtung, Telefon und Phono, Mess- und Haustechnik sind die großen Themengebiete. Auf Wunsch bietet das Museum Führungen für Gruppen und Schulklassen nach Voranmeldung an.
Das Museum im wiederhergestellten alten Glasmacherhaus präsentiert eine Sammlung von Gläsern aus verschiedenen Epochen, dokumentiert die Geschichte der Glasmacherkunst und verfügt über eine umfangreiche frühgeschichtliche Sammlung.
Im Garten des Museum ist das Modell eines Glasschmelzofens aufgestellt.
Wer sich für die Geschichte der Münzautomaten interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten: Musikboxen, Kaffeeautomaten, Flipper und Glücksspielautomaten werden hier gezeigt.
Das Miele-Museum in Gütersloh präsentiert zwar in erster Linie die Geschichte der Firma Miele, doch damit auch in einzigartiger Weise die Entwicklung der Hausgerätetechnik im 20. Jahrhundert.
Die hier ausgestellten Wohnmobile, besonders Pferdeanhänger, Kupplungen und Maschinen wurden seit Mitte der 50er Jahre zusammengetragen, und mittlerweise präsentiert sich dem Besucher eine eindrucksvolle Sammlung.
Museum Thonet
Michael-Thonet-Str. 1, 35066 Frankenberg
Telefon: 06451/5080
Die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung in Göttingen betreibt Forschung im Bereich Informatik. Ihr Rechnermuseum bietet auf beeindruckende Weise einen Überblick über die Geschichte der Rechnertechnologie - von den mechanischen Ahnen bis zum PC.
Das Stuhlmuseum zeigt eine beeindruckende Sammlung von Kragstühlen, angefangen mit den Bauhaus-Entwürfen der 20er Jahre, deren Formen damals geradezu revolutionär waren, heute aber in ihrer Funktionalität selbstverständlich und alltäglich geworden sind.
Die Sammlung der 1747 gegründetne Porzellanmanufaktur dokumentiert Entwicklung und Geschichte der Fürstenberger Porzellanherstellung im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Mit einbezogen in das Gesamtkonzept ist eine technische Informationsschau sowie eine Auswahl aus der gegenwärtigen Kollektion ("Der gedeckte Tisch").
Eine 800 qm große Ausstellungshalle bietet Platz für etwa 40 Wind- und Wassermühlenmodelle aus aller Herren Länder, naturgetreu und maßstabsgerecht den Originalen in allen Einzelheiten nachgebaut.
Dortmunder Münzgeschichte mit einigen Beispielen des Dortmunder Inflationsgeldes.
Villa Hügel
Postfach 268, 45133 Essen
Telefon: 0201/1884837 und 0201/1884848
Träger: Friedrich Krupp GmbH
Die von Alfred Krupp 1870 im klassizistischen Stil errichtete Villa ist zum Teil noch mit dem originalen Mobiliar ausgestattet.
Im Kleinen Haus informiert die Historische Sammlung Krupp über die Firmen- und Familiengeschichte; im Erdgeschoß des Nebengebäudes findet sich die ständige Ausstellung "Krupp heute".
Agfa Foto-Historama
im Wallraf-Richartz-Museum/Museum Ludwig
Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln
Telefon: 0221/221-2411
Sammlungsschwerpunkte sind die Photographie des 19. und 20. Jahrhundert sowie Fotoalben, Mappenwerke und Publlkationen des 19. Jahrhunderts mit originalen Photographien; Photo- und Filmgeräte.
Das in die Kassenhalle der Sparkasse integrierte Museum zeigt in der ständigen Ausstellung Münzen, Papiergeld, Spardosen, Münzwaagen, Geldbörsen und Traditionelle Zahlungsmittel fremder Völker. Im "Fenster" gibt es Wechselausstellungen.
Bis heute ist die Rezeptur des "Echt Kölnisch Wasser" Firmengeheimnis. Einst wurde "4711" als Mundhygiene und erst später als Erfrischungswasser verkauft. Ampullen, Flakons, Kristallstopfen aus über 200 Jahren 4711-Geschichte werden gezeigt.
Das Museum bietet einen Rundgang durch die Geschichte und Kultur des Sektes. Die weltweit größte Sammlung historischer Sektgläser, Werbegraphik aus der Zeit der Jahrhundertwende, der Jugendstil-Pavillon von der Weltausstellung 1900 in Paris, sowie prächtige Eichenholzfässer und Keller, die in sieben Etagen unter die Erde führen, sind die Besonderheiten des Hauses.
Das älteste Stück dieser Dokumentation zur künstlichen Beleuchtung ist eine Leuchtschale aus der Eiszeit. Die Sammlung vereinigte eiserne Kienspanleuchten, Öllampen aus den verschiedenen Epochen und mit den unterschiedlichsten Funktionen, Laternen, Tischleuchten, kultische Lampen und Kerzenleuchter.
Das Werksmuseum präsentiert keramische Erzeugnisse der Wächtersbacher Keramik aus allen Epochen und Stilrichtungen seit Gründung der Fabrik im Jahre 1832. Als Besonderheit wird eine Küche aus dem Jahre 1904 vorgestellt.
Museum für Eisenkunstguß
63697 Hirzenhain (Wetteraukreis)
Telefon: 06045/8235
Das Museum bietet einen vielfältigen Überblick der Geschichte und Entwicklung der Eisengießerei von den ersten künstlerisch verzierten Ofenplatten des ausgehenden Mittelalters bis zu modernen Formen bildhauerischer Gestaltung.
Wella Museum
Berliner Allee 65, 64295 Darmstadt
Telefon: 06151/342459
Das Wella Museum enthält Schmink-Utensilien, Geräte für Maniküre und Pediküre, Barttassen, Haarblumen, Instrumente der approbierten Bader, Dauerwellen-Apparate, Waschtisch-Garnituren und allerlei Kurioses aus den Randbereichen der Körper- und Schönheitspflege.
Die Sammlung umfaßt Elektro-Haushaltsgeräte, Motoren, Schaltgeräte, Zähler, Telefone und Rundfunkgeräte. Prunkstück der Ausstellung ist ein englisches Elektroauto aus dem jahre 1903.
Geschichte des Motorsports und des Hockenheimrings auf 1.800 qm Ausstellungsfläche. Kernstücke der Sammlung sind historische Motorräder so glorreicher Marken wie Norton, Scott, NSU und DKW.
Hier ist die Geschichte des (Mercedes-)Automobils nahezu lückenlos präsentiert. In den Hallen stehen 70 Fahrzeuge, vom ersten Daimler-Reitwagen bis zu aktuellen Modellen.
Direkt neben dem Stammwerk in Zuffenhausen stellt der Sportwagenhersteller seine 50 schönsten Modelle aus. Damit dokumentiert das Museum die Porsche-Historie von damals bis heute.
Unternehmensarchive sind längst nicht nur Aktendepots. Oft genug verwahren sie auch dreidimensionale Schätze und wachsen nach und nach zu Museen an. Die Robert Bosch GmbH präsentiert ab 1996 Ausstellungen in ihrem Archiv. Im Fundus: der erste Bosch-Magnetzünder von 1887 und der erste Elektrokühlschrank aus den 30er Jahren.
Auwärter-Museum
Vaihinger Str. 122, 70567 Stuttgart
Telefon: 0711/7835264. FAX: 0711/7801696
Die Firma Neoplan hat ihr Museum ganz der Gründerfamilie Auwärter gewidmet, die Omnibusse entwickelte. Zum 80. Geburtstag des Firmengründers wurde das Museum auf dem werksgelände in Stuttgart eingerichtet. Es bietet neben der spannenden Familiengeschichte natürlich Omnibusse vom Bugholz-Modell aus dem 20er Jahren bis zum modernen Niederflurbus.
Beim Abbau des Ölschiefers zur Zementherstellung wurden Fossilien freigelegt, die seit 1989 im Werkforum ausgestellt werden.
Märklin-Museum
Holzheimer Str. 8, 73037 Göppingen
Telefon: 07161/608289
Neben zahlreichen Modelleisenbahnen kann der Besucher auch anderes historisches Spielzeug bewundern. In einem Kino wird ein Film über die Produktionsstätten gezeigt.
Dieses Museum im Giessereimagazin der Schwäbischen Hüttenwerke zeigt Ofenplatten, Öfen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert sowie eine Modellsammlung aus allen Bereichen des Kunstgusses.
Ausser der komplett erhaltenen Fabrikanlage mit Fabrikations- und Büroräumen gibt es eine Guillocherie, eine Etuimacherwerkstatt und eine Goldschmiedewerkstatt zu besichtigen.
Steinsalzbergwerk
Steinsalzbergwerk, 74177 Bad Friedrichshall-Kochendorf
Telefon: 07131/959-389
1816 entdeckte man im württembergischen Jagstfeld erstmals in Mitteleuropa ein Steinsalzlager; seit 1859 wird hier Steinsalz abgebaut. Die Ausstellung dokumentiert diese Entwicklung.
Beim Abbau von Muschelkalk treten Überreste längst ausgestorbener Tierwelten zu Tage, die eine eigene Ausstellung auf dem Gelände des Zementwerkes lohnen!
Dieses Museum verdankt seinen Grundstock zwei Münchner Brüdern, die in den 20er Jahren bei Zeiss tätig waren und jahrzehntelang optische Instrumente und Kunstwerke sammelten.
Gleich mit zwei Museen wartet die firma Würth auf. In ihrem architektonisch reizvollen Verwaltungsgebäude ist zum einen die "Sammlung Schrauben- und Gewinde" beheimatet. Zum anderen zeigt hier das "Museum für zeitgenössische Kunst" Werke von Künstlern des zwanzigsten Jahrhunderts und bringt seinem Publikum hochkarätige Exponate auch außerhalb bekannter Kulturzentren nahe.
Die Raths, Apotheker in Schiltach, haben ihre 1837 gegründte Apotheke in ihrem ursprünglichen Charakter erhalten. Wollten Sie nicht schon immer einmal eine Kaumschine zur Herstellung von Baby- und Krankennahrung sehen? Dann sind Sie hier genau richtig!
Der Freiburger Stuckateurmeister und Restaurator Hans Rich hat seit seiner Lehrzeit Stuckelemente zusammengetragen und hält seit 1979 in seinem Kleinen Stuck-Museum die erinnerung an ein großes Kunsthandwerk wach.
Vitra Design Museum
Charles-Eames-Str. 1, 79576 Weil am Rhein
Telefon: 07621/702200
In dem architektonisch spektakulären Bau zeigt zeigt der Sitzmöbelhersteller die schönsten Stühle des Jahrhunderts.
Das Siemens-Forum dient als Stätte der Begegnung, in der Informationen angeboten und über aktuelle Themen diskutiert wird. Unter einem Dach finden Sie Museum, Ausstellungen, Archiv sowie Tagungs- und Veranstaltungsmöglichkeiten.
Historisches Nähmaschinen- und Bügeleisenmuseum
Heimeranstr. 68-70 (Eingang: Anglerstr. 6-8), 80339 München
Telefon: 089/51088-111
Träger: J. Strobel & Söhne GmbH & Co.
Geschichte der Nähmaschine, dokumentiert anhand von 320 Exponaten (20 Leihgaben des Deutschen Museums) inklusive Firmengeschichte. Die über 600 Exponate umfassende Schausammlung von Bügelgeräten zeigt die Entwicklung vom Mittelalter bis zum Design der 50er Jahre.
BMW-Museum
Petuelring 130, 80788 München
Telefon: 089/382-23024 und 23485
Eines der größten deutschen Firmen- und Automobilmuseen. Im Volksmund heisst das Museum "Schnecke", da sich der Weg von der untersten Etage wie in einem Schneckengehäuse nach oben schraubt. Es bietet Dia-Schauen, Kino und Fahrsimulationen.
Der Quellenbau und das sich darüber erhebende Hauptbrunnenhaus können als Museum bergmännischer Kunst und schöner technischer Anlagen bezeichnet werden. Beispiel hierfür sind die 1839 errichteten Wasserräder und die Pumpanlagen der Maschinenhalle, die bis heute in Betrieb sind.
Mit traditioneller Bergmannstracht bekleidet, fahren die Besucher auf kleinen Grubenwägen hinein in den Salzberg. Die Überfahrt mit dem lautlsoen Floß und die Benutzung der Rutschen gehören zu den Höhepunkten der einstündigen Führung.
Das Museum dokumentiert die Entwicklungsgeschichte des Werks unter wirtschaftlichen, technischen und sozialpolitischen Gesichtspunkten. Die Sammlung umfasst historische und moderne Maschinen (Originale und Modelle), die den Weltruf des Unternehmens begründet haben.
Spielend in die Vergangenheit gelangen Besucher des Verlagsmuseums Ravensburger. Hinter dicken Mauern eines mittelalterlichen Bürgerhauses eröffnet sich die über 100jährige Verlagsgeschichte Buch um Buch und Spiel um Spiel.
Museum "Instrumentelle Analytik"
Postfach 101761, 88647 Überlingen
Telefon: 07551/813579
Träger: Bodenseewerk Perkin-Elmer GmbH
Geschichte wird manchmal innerhalb kürzester Zeit geschrieben. So quillt das 1978 eingerichtete Museum bereits heute nahezu über, obwohl in Überlingen erst seit 1945 Analyseinstrumente produziert werden.
Träger: BHS-Bayerische Berg-, Hütten- und Salz-AG, München
Insgesamt gibt es vier Hauptstollen, die bis zu 600 m tief in den Berg und bis 150 m unter die Bergspitze angelegt wurden. Die Stollen sind zusammen etwa 20 km lang und seit 1962 für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die Klosterbrauerei Aldersbach gehört zu den ältesten Braustätten deutschlands, in denen Mönche vom Zisterzienser-Orden aus Hopfen und Malz eines ihrer Hauptgetränke hergestellt haben. Gerichtsakten, in einer Auseinandersetzung um Freibier entstanden, weisen die Brauerei schon im Jahre 1268 nach.
Hutschenreuther-Museum
Gut Blumenthal, 95100 Selb
Telefon: 09287/7313-10. Fax: 09287/7313-14
Das Bergwerk ist mit über 500 Jahren das älteste Nordbayerns, das noch betrieben wird, darüber hinaus das einzige zugängliche Silbereisenbergwerk der Welt.
Der weitaus größte Teil der historischen Sammlung ist dem zahntechnischen Teil der Zahnheilkunde vorbehalten. So können die Besucher neben vielen anderen Exponaten z.B. Spindelpressen, einen Kronenziehapparat vom Samson, einen Adler-Gußapparat, eine Handhebelpresse und eine rotierende handbetriebene Einschleifmaschine für Prothesen betrachten.
Kunst aus vier Erdteilen und fünf Jahrtausenden ist im Knauf-Museum versammelt: Reliefs aus Ägypten, Mesopotamien, Kleinasien, Griechenland, Rom, Altamerika und verschiedenen asiatischen Kulturen.